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Die Autobahn Zagreb – Split (A1), Knotenpunkt Žuta lokva. Kroatien verfügt über mehr als 1.250 km Autobahnen, von denen etwa 1.000 km in den letzten fünfzehn Jahren ausgebaut wurden. Der Tunnel Brinje auf der Autobahn A1 Zagreb – Split wurde 2008 in Brüssel im europaweiten Sicherheitsvergleich als einer der sichersten Tunnels Europas ausgezeichnet.
Geografie und Bevölkerung

Verkehrsadern

Als adriatisches sowie mitteleuropäisches Land und zudem Donauland genießt Kroatien eine vorteilhafte geografische Verkehrslage. Folglich durchqueren Kroatien einige paneuropäische Verkehrskorridore und ihre Nebenzweige, die im Jahr 1997 auf der Konferenz der europäischen Verkehrsminister in Helsinki festgelegt wurden: der Verkehrskorridor X verbindet Mitteleuropa mit dem Nahen Osten, während die Teilläste des Verkehrskorridors V sowohl den Norden als auch den Süden Europas mit den kroatischen Häfen als Endbestimmungsorten verbinden.

Die kroatischen Seehäfen sind schon traditionell die Ausfahrtshäfen für etliche mitteleuropäische Binnenstaaten, die selbst keine eigene Meeresküste haben (Österreich, Ungarn, die Slowakei, Tschechien) sowie für das benachbarte Bosnien und Herzegowina.

Paneuropäische Verkehrskorridore
Die Quelle Carsko vrilo an der im 18. Jh. ausgebauten Straße Karlovac – Senj (genannt Jozefina).
Verkehrskarte

Aufgrund seiner landschaftlichen Form und der Zergliederung seines Territoriums sind gute Verkehrsverbindungen auch für Kroatien von großer Bedeutung, vor allem auf den Routen, die das Landesinnere mit der Küste verbinden, d.h., den pannonischen Gebietsteil mit der adriatischen Küstenlinie. Hinsichtlich der Verkehrsverbindungen weisen die für Kroatien optimalen Lösungen auf Bosnien und Herzegowina hin und umgekehrt. Darüber hinaus teilt der schmale Küstenstreifen bei Neum, wo Bosnien und Herzegowina den Zugang zum Meer hat, Kroatien in zwei Teile. Die Küstenregion von Dubrovnik erhält eine feste Verbindung zu dem Rest Kroatiens mit der Brücke über die Halbinsel Pelješac. Nach mehreren Jahren Vorbereitung begann der Bau im Jahr 2018 mit den von der Europäischen Union zugesagten Mitteln, und die Brücke soll im Jahr 2022 fertiggebaut werden.

In Kroatien gibt es eine lange Tradition im Bau von Verkehrsverbindungen. Die ersten modernen Straßen wurden schon im 18. Jahrhundert errichtet, ihre Strecken verliefen vom Landesinneren aus in Richtung der nordadriatischen Häfen. Die erste Eisenbahnstrecke wurde im Jahr 1862 fertiggestellt, als Zagreb durch eine Zweigbahn an die österreichische Südbahnstrecke Wien – Triest angebunden wurde.

Der Straßenverkehr ist die am stärksten entwickelte und die bedeutendste Form des Landverkehrs, im Rahmen dessen der Großteil der Personen und Güter befördert wird. Das bestehende Autobahnnetz ist gut entwickelt und schafft Voraussetzungen für gute Verbindungen innerhalb des Landes sowie mit dem Ausland. Etwa 1000 km moderne Autobahnen sind seit dem Jahr 2000 gebaut worden, und zwar auf den internationalen Verkehrskorridoren. Kroatien verfügt über 9 Flughäfen. Im Verkehrsnetz kommt eine besondere Bedeutung den Seehäfen zu. Der wichtigste und größte kroatische Seehafen ist der von Rijeka, gefolgt vom Industriehafen Ploče, über welchen der gesamte Seeverkehr von Bosnien und Herzegowina abgewickelt wird. Die restlichen Adriahäfen spielen vor allem im Passagierverkehr und in der Verkehrsanbindung des Küstengebiets mit den Inseln eine bedeutende Rolle. Die Gesamtlänge der Binnenwasserstraßen beläuft sich auf 804,1 km, wobei der internationale Verkehr in erster Linie über die Donau (der bedeutendste Binnenhafen ist Vukovar) und im geringeren Ausmaß über ihre Nebenflüsse Drau und Save abgewickelt wird. Übrigens ist der Donau-Schifffahrtsweg, an dem Kroatien ebenfalls zum Teil liegt, eines der Paneuropäischen Verkehrskorridore (Korridor VII). Durch das geplante Projekt, den Ausbau des Donau-Save-Kanals, sollten betreffende Wasserwege verkehrstechnisch miteinander verbunden werden.

Der aktuelle Zustand der Verkehrsverbindungen ist zufriedenstellend im Bereich des Straßenverkehrs, vor allem wenn es um den Ausbau der Autobahnen geht. Rückstände bestehen jedoch in der Sanierung und Modernisierung sowohl der Eisenbahn-Infrastruktur als auch der Binnenwasserstraßen.