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Der Ban-Josip-Jelačić-Platz in Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens. In Zagreb, das knapp 700.000 Einwohner hat, lebt jeder fünfte Einwohner Kroatiens.
Geografie und Bevölkerung

Kroatien in Kürze

Topografische Karte
Kroatien in der Europäischen Union
Kroatische Städte auf der UNESCO-Liste des Welterbes
Offizieller Staatsname Republik Kroatien (Republika Hrvatska)
Hauptstadt Zagreb
Gesamtfläche Festlandterritorium 56.594 km², Seeterritorium (Innere Gewässer und Hoheitsgewässer) 31.076 km²
Nachbarländer und die Gesamtlänge der Landgrenzen Slowenien 668 km
Ungarn 355 km
Serbien 318 km
Bosnien und Herzegowina 1.011 km
Montenegro 23 km
Küstenlänge Festland-Küstenlinie 1.777 km, Inseln 4.058 km
Höchster Berggipfel Dinara, 1.831 m
Amtssprache Kroatisch
Einwohnerzahl (Volkszählung 2011) 4.284.889
Die größten Städte (Volkszählung 2011) Zagreb 688.163
Split 167.121
Rijeka 128.384
Osijek 84.104
Zadar 71.471
Pula 57.460
Slavonski Brod 53.531
Karlovac 46.833
Varaždin 38.839
Šibenik 34.302
Sisak 33.322
Vinkovci 32.029
Velika Gorica 31.553
Dubrovnik 28.434
Politisches System unitäre Republik mit parlamentarischem System
Staatsoberhaupt Präsident(in) der Republik
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen Vereinte Nationen seit 1992
NATO seit 2009
Europäische Union seit 2013
Bruttoinlandsprodukt (2019) 402,3 Milliarden Kuna (54,3 Milliarden Euro)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 13.343 Euro
Export 15,2 Milliarden Euro
Import 25 Milliarden Euro
Währung Kuna (HRK)
Tag der Staatlichkeit 25. Juni
Internationales Kennzeichen HR
Telefonvorwahl 385
Internet-Domainname .hr
Zeitzone UTC+1

Lage

Auf der zeitgenössischen internationalen politischen Szene ist Kroatien seit seiner staatlichen Verselbstständigung von der jugoslawischen Föderation präsent, also drei Jahrzehnte. Was aber seine Geschichte und Kultur angeht, so ist Kroatien eines der ältesten europäischen Länder. Das heutige kroatische Hoheitsgebiet und seine Grenzen wurden über einen langen historischen Zeitraum gebildet; im Laufe der Geschichte brachte das kroatische Volk seine nationale und politische Subjektivität kontinuierlich zum Ausdruck, sei es als ein selbstständiger Akteur oder im Rahmen verschiedener staatlicher Gefüge.

Die geopolitische Lage Kroatiens ist mithin von Verbindungen und Einflüssen unterschiedlicher ethnischer, religiöser, wirtschaftlicher und politischer Faktoren geprägt. In Anbetracht der komplexen Lage ihres Landes definieren es die kroatischen Autoren zumeist als mitteleuropäisches und mediterranes Land.

Nach der vorherrschenden historischen Ausrichtung des Großteils seines heutigen Territoriums nach Wien und Budapest sowie den geografischen Merkmalen seines kontinentalen Binnenlandes ist Kroatien ein mitteleuropäisches Land. Auf der anderen Seite macht es die außerordentlich lange Küstenfront, die mitsamt ihrem unmittelbaren Hinterland in der Vergangenheit unter dem entscheidenden Einfluss der Seemacht Venedig stand, zu einem Mittelmeerland. Just im Hinterland der Adriaküste, in einem Dreieck zwischen den Städten Nin-Knin-Šibenik, befand sich der ursprüngliche Kern des mittelalterlichen kroatischen Staates. Die allgemeine Verschiebung des wirtschaftlichen Schwerpunktes in Europa gen Norden und das Beitreten Kroatiens zu staatlichen Bündnissen mit Ungarn bedingten gleichfalls eine Verlagerung des staatlichen Mittelpunktes Kroatiens nach Zagreb.

In der weiteren Umgebung des kroatischen Territoriums entwickelten sich im Laufe der Geschichte einige mächtige politische und wirtschaftliche wie auch zivilisatorische Zentren (die der alten Griechen, Römer, Byzantiner, Franken, Ungarn, Osmanen und Venezianer). Auf dem Gebiet Kroatiens waren ihre Einflüsse verflochten, und nicht selten standen sie im Konflikt miteinander. In der durch die christliche Glaubensspaltung ausgelösten Teilung stellte sich Kroatien auf die Seite des westlichen Christentums und bildete damit gleichzeitig seinen östlichen Grenzrand. Die langwierigen, zwischen den Großmächten ausgetragenen Konflikte, die nur ausnahmsweise durch seltene Perioden des Friedens unterbrochen wurden, bedeuteten eine ständige Bedrohung für die Existenz Kroatiens und waren zudem ein Hindernis für die nationale Entwicklung. Bei mehreren Gelegenheiten haben die ausländischen Mächte auf dem kroatischen Territorium ihre militärischen Verteidigungssysteme organisiert (z.B. die fränkischen Ostmarken, die österreichische Militärgrenze). Kroatien befand sich zudem auf der Route des weitesten Vordringens des Osmanischen Reiches in Richtung Mitteleuropa; dies führte zum Zusammenschrumpfen des kroatischen Staates und verursachte die rückgängige Verschiebung des kroatischen ethnischen Territoriums nach Westen. Als endgültige Konsequenz einer derartigen Lage Kroatiens entstand die ungewöhnliche Form seines heutigen Hoheitsgebiets, das in einem breiten Bogen das benachbarte Bosnien und Herzegowina umschließt. Die Lage des Landes am Berührungspunkt unterschiedlicher Kulturen hinterließ ihre Spuren im vielfältigen materiellen und geistigen Erbe; heute sind diese Spuren gemeinsam mit der ursprünglichen kroatischen Tradition in die eigene nationale und in der Gemeinschaft europäischer Völker erkennbare Identität eingebettet.

Eine direkte Folge der Zugehörigkeit Kroatiens zu den verschiedenen politischen Zentren im Laufe der Geschichte war die langandauernde fehlende territoriale Integrität der kroatischen Länder, der heutigen historischen Regionen. Unter solchen Umständen verlief die kroatische Politogenese, d.h. der kroatische Staatsbildungsprozess, erschwert und verzögert. Nachdem es jahrhundertelang die politischen Beziehungen zu mitteleuropäischen Ländern Österreich und Ungarn gehegt hatte, wurde Kroatien im Jahr 1918 ein Teil des jugoslawischen Staates, dessen Schwerpunkt und Zentrum östlicher lagen; folglich waren im größten Teil des 20. Jahrhunderts die kroatischen Interessen den jugoslawischen untergeordnet. Dennoch schaffte es Kroatien, auch innerhalb Jugoslawiens die eigenen Potenziale weiterzuentfalten, und gelegentlich sogar seine politischen Ziele zum Ausdruck zu bringen. Unter solchen Bedingungen einer begrenzten Unabhängigkeit gelang es Kroatien den Großteil seiner Gebiete, in denen die eigene ethnische Gruppe lebte, nach dem Zweiten Weltkrieg territorial zu integrieren, diese Gebiete während des Zerfalls Jugoslawiens militärisch zu verteidigen und, nach dem Zusammenbruch der blockpolitischen Spaltung Europas, sich zudem die internationale staatliche Anerkennung zu erkämpfen. Seine Souveränität sowie seine jahrhundertelange Orientierung zum Westen fanden ihre Bestätigung auch im Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union; im Rahmen dieser nimmt Kroatien ein wiederholtes Mal eine Grenzposition ein; die von Kroatien wiederum erfordert, sich am Prozess der EU-Erweiterung bezogen auf die Nicht-EU-Länder mit besonderem Interesse und Verständnis zu beteiligen.

Nationale Symbole

Unsere schöne Heimat

Unsere schöne Heimat,
Heldenhaftes liebes Land,
Alten Ruhmes Vätererbe,
Ewig sollst du glücklich sein!

Lieb bist du uns, wie du ruhmreich,
Lieb bist du uns, du allein.
Lieb bist du uns, wo du eben,
Lieb, wo du Gebirge bist!

Fließe Drau, Save fließe,
Auch du Donau, verliere deine Kraft nicht.
Blaues Meer, sage der Welt,
Dass der Kroate sein Volk liebt.

So lange die Sonne seine Felder wärmt,
So lange die Bora seine Eichen umweht,
So lange das Grab seine Toten bedeckt,
So lange ihm sein lebendiges Herz schlägt!

Nationalhymne. Die Nationalhymne heißt Lijepa naša domovino (Unsere schöne Heimat). Sie entstand zur Zeit der Illyrischen Wiedergeburt, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Text  der Hymne wurde vom Dichter Antun Mihanović verfasst und von Josip Runjanin vertont. Von 1891 an galt sie als inoffizielle Nationalhymne, und im Jahr 1935 wurde ihr zu Ehren am Fluss Sutla in der Region Hrvatsko Zagorje zugleich ein Denkmal errichtet. Im Jahr 1972 wurde sie  zur offiziellen Hymne der Sozialistischen Republik Kroatien erklärt und durch die Verfassung der Republik Kroatien aus dem Jahr 1990 als Nationalhymne bestätigt.

Instrumentale Ausführung der Hymne

Nationalflagge. Die offizielle kroatische Flagge setzt sich aus drei Farben zusammen: rot, weiß und blau, mit dem Staatswappen in der Mitte; seit 1990 ist sie im amtlichen Gebrauch. Die Trikolore begann sich im Jahr 1848 unter dem Einfluss der Französischen Revolution hervorzuheben; sie entstand durch die Zusammenfügung der traditionellen heraldischen Farben der historischen kroatischen Länder. Ferner wurde die Verwendung einer solchen Trikolore auch durch den Kroatisch-Ungarischen Ausgleich aus dem Jahr 1868 vorgeschrieben, und sie war ja wohl auch im 20. Jh. im Gebrauch, bis zum Dezember 1990.

Staatswappen. Auch das Staatswappen ist seit 1990 im amtlichen Gebrauch. Es ist das historische kroatische Wappen in Form eines Schildes, der durch 25 rote und weiße (silberne) Felder geschacht ist. Fünf kleinere Schilde in der über dem Wappenschild gespannten Krone sind historische Wappen (von links): das älteste bekannte kroatische Wappen, das Wappen der Republik Dubrovnik sowie die Wappen Dalmatiens, Istriens und Slawoniens.

Das historische kroatische Wappen erscheint bei verschiedenen Gelegenheiten seit dem 15. Jahrhundert. Das Wappen mit den 8 x 8 geschachten Feldern stand schon 1527 auf dem Dokument, durch das der kroatische Sabor die Wahl von Ferdinand I. von Habsburg zum kroatischen König bestätigt hatte; es wurde zur Grundlage für die Gestaltung nachfolgender kroatischer Wappen im Rahmen der Habsburgischen Monarchie. Bis 1990 war dieses Wappen auch ein Bestandteil des offiziellen Wappens der Sozialistischen Republik Kroatien.
Kroatische Flagge
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Das kroatische Wappen
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Nationale Feiertage. Tag der Staatlichkeit wird am 30. Mai gefeiert, zum Gedenken an den Tag, an dem der erste demokratisch gewählte Kroatische Sabor 1990 aufgestellt wurde. Zu den offiziellen nationalen Feiertagen zählen zudem: Neujahr (1. Januar), Dreikönigstag (6. Januar), Ostern/Ostermontag (beweglich),  Tag der Arbeit (1. Mai),  Fronleichnam (beweglich), Tag des antifaschistischen Kampfes (22. Juni), Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit und Tag der kroatischen Verteidiger (5. August),  Mariä Himmelfahrt (15. August), Allerheiligen (1. November), Gedenktag für die Opfer des Heimatlandkriegs und Gedenktag für die Opfer von Vukovar und Škabrnja (18. November), Weihnachten (25. Dezember) und Stephanstag (26. Dezember). Weihnachten nach dem julianischen Kirchenkalender ist ein arbeitsfreier Feiertag für die Bürgerinnen und Bürger des orthodoxen Glaubensbekenntnisses; für die Bürgerinnen und Bürger der islamischen Religion sind arbeitsfreie Feiertage Ramazan Bayrami (Fest des Fastenbrechens) und Kurban Bayrami (Opferfest), und für die Bürgerinnen und Bürger, die der jüdischen Religion angehören, sind es Rosch ha-Schana (Neujahr) und Jom Kippur (Versöhnungstag).