Banski Dvori, Sitz der Regierung am Sankt Markus Platz in Zagreb. Dieses historische Gebäude war bis 1918 Sitz der Kroatischen Bane. Vor dem Bombenanschlag auf Banski Dvori während des Kroatischen Heimatkrieges im Jahr 1991, war dieses Gebäude der Amtssitz des Präsidenten der Republik Kroatien. Laut „Twiplomacy 2013“, einer globalen, weltweit durchgeführten Jahresstudie der PR- und Kommunikationsfirma Burson-Marsteller über die Präsenz führender Politiker aus der ganzen Welt auf Twitter, ist die Kroatische Regierung (@VladaRH) mit 33,8 Tweets pro Tag die drittaktivste und gehört somit zu den eifrigsten Twitter-Nutzern weltweit. Mit insgesamt 2 % aller unter den Weltpolitikern ausgetauschten Tweets steht die kroatische Sprache auf Platz 9 in der Liste der meist gebrauchten Sprachen auf Twitter.

Politisches System

Vollziehende Gewalt

Der Präsident der Republik repräsentiert und vertritt die Republik Kroatien im In- und Ausland. Er wird auf der Grundlage des allgemeinen und gleichen Wahlrechts per Direktwahl für die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Der Präsident der Republik sorgt für das ordnungsgemäße und harmonische Funktionieren und für die Stabilität der Staatsgewalt. Er trägt Verantwortung für die Verteidigung der Unabhängigkeit und der territorialen Integrität des Staates und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Republik Kroatien. Der Präsident schreibt die Wahlen zum Kroatischen Sabor aus und beruft die erste Parlamentssitzung ein. Er schreibt Referenden aus, erteilt das Mandat zur Regierungsbildung und spricht Begnadigungen aus. Ebenso verleiht er Orden sowie Auszeichnungen und gestaltet und führt in Zusammenarbeit mit der Regierung die Außenpolitik aus.

Präsidentin der Republik

Kolinda Grabar-Kitarović

Kolinda Grabar-Kitarović (1968), Diplomatin und Politikerin. Ministerin für europäische Integrationen (2003 – 2005), danach Ministerin für auswärtige Angelegenheiten und europäische Integrationen (2005 – 2008) und von 2008 bis 2011 Botschafterin in den USA. Bis 2014 stellvertretende Generalsekretärin der NATO mit Zuständigkeit für den Bereich Public Diplomacy. Bei der Präsidentschaftswahl wurde sie im Januar 2015 im zweiten Wahlgang als HDZ-Kandidatin mit 50,7 % der Stimmen zur Staatspräsidentin gewählt.

Die bisherigen Präsidenten der Republik Kroatien
Franjo Tuđman (1922-1999) war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Partisanenbewegung. In der Nachkriegszeit blieb er zunächst im Militärdienst. Später wurde er Historiker und war Beteiligter des Kroatischen Frühlings und Dissident. Tuđman war ebenso Gründer und führender Ideologe der HDZ. Zum Staatspräsidenten wurde er 1990 vom Sabor ernannt und in den Jahren 1992 und 1997 bei den Präsidentschaftswahlen wiedergewählt. Franjo Tuđman leitete die Verteidigung Kroatiens und stellte die territoriale Integrität des kroatischen Staates wieder her.
Stjepan Mesić (1934), Jurist und Politiker, war einer der Akteure beim Kroatischen Frühling sowie Mitarbeiter von Franjo Tuđman, von dem er sich 1994 trennte. Er war Vertreter Kroatiens im jugoslawischen Staatspräsidium und 1991 sogar dessen letzter Präsident. Zum Staatspräsidenten Kroatiens wurde er bei der Wahl im Jahr 2000 als Kandidat der Partei HNS gewählt und bei der Wahl von 2005 wiedergewählt.
Ivo Josipović (1957), Universitätsprofessor der Rechtswissenschaften und Komponist, war im Zeitraum von 2004 – 2008 Abgeordneter des Sabor. Im Jahr 2010 wurde er als Kandidat der SDP mit 60,3 % der Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt.

Die Regierung der Republik Kroatien übt die vollziehende Staatsgewalt aus. Sie besteht aus dem Ministerpräsidenten, einem oder mehreren Vizepräsidenten sowie den Ministern. Die Regierung ist dem Kroatischen Sabor verantwortlich. Der Ministerpräsident stellt dem Kroatischen Sabor die Regierung vor und beantragt das Vertrauensvotum. Wenn ihr die Mehrheit aller Abgeordneten des Kroatischen Sabor das Vertrauen ausspricht, tritt die Regierung ihr Amt an.

Banski Dvori, der Regierungssitz am Sankt Markus Platz in Zagreb. Das historische Gebäude war bis 1918 Sitz der kroatischen Bane.
Andrej Plenković, Ministerpräsident seit dem 19. Oktober 2016
Davor Ivo Stier, Minister für auswärtige und europäische Angelegenheiten

Kroatische Ministerpräsidenten (von der Unabhängigkeitserklärung bis heute): Stjepan Mesić (1990), Josip Manolić (1990–1991), Franjo Gregurić (1991–1992), Hrvoje Šarinić (1992–1993), Nikica Valentić (1993–1995), Zlatko Mateša (1995–2000), Ivica Račan (2000–2003), Ivo Sanader (2003–2009), Jadranka Kosor (2009–2011), Zoran Milanović (2011–2016), Tihomir Orešković (2016).

Die Regierung bringt Gesetzesvorlagen und andere Akte in den Kroatischen Sabor ein. Sie legt den Haushaltsplan und die Abschlussbilanz vor und führt Gesetze und andere Beschlüsse des Kroatischen Sabor aus. Ebenso erlässt sie Verordnungen zur Durchführung der Gesetze und leitet die Außen- und Innenpolitik. Die Regierung lenkt und kontrolliert die Tätigkeiten der Staatsverwaltung, trägt Sorge für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und steuert die Tätigkeit der öffentlichen Dienste.

Die aktuelle Regierung der Republik Kroatien setzt sich aus 20 Ministerien zusammen: