Die Abgeordneten werden in das kroatische Einkammerparlament (Sabor) nach dem Verhältniswahlsystem für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt. In zehn Wahlkreisen werden jeweils 14 Abgeordnete gewählt, im elften Wahlkreis für die Diaspora werden bis zu 14 Abgeordnete gewählt und im zwölften Wahlkreis für anerkannte nationale Minderheiten 8 Abgeordnete.

Politisches System

Wahlsystem

Das politische System Kroatiens basiert auf dem Prinzip der Gewaltenteilung in gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Gewalt. Die Verfassung legt fest, dass das Volk seine Macht durch die Wahl eigener Vertreter und per Direktwahl ausübt, wobei das Recht auf lokale und regionale Selbstverwaltung garantiert ist. Kroatien gehört zu den wenigen Staaten, die in nur zwei Jahrzehnten zwei grundlegende Wahlverfahren angewandt haben, nämlich das Mehrheits- und das Verhältniswahlsystem sowie ihre Kombinationen.

Bei der ersten mehrparteilichen Wahl von 1990 wurden die Abgeordneten nach dem Mehrheitswahlsystem in zwei Wahlgängen gewählt. Die vorgezogene Wahl  im Jahr 1992 wurde nach dem kombinierten Wahlsystem durchgeführt. Auch die vorgezogene Wahl im Jahr 1995 fand nach dem kombinierten Wahlsystem statt, wobei aber eine Änderung des Verhältnisses zwischen Mehrheitsmandaten und Parteilistenmandaten vollzogen wurde. An dieser Wahl haben zum ersten Mal die kroatischen Staatsbürger teilgenommen, die ihren Wohnsitz außerhalb Kroatiens haben (Diaspora). Im Rahmen eines separaten Wahlkreises durften sie 12 eigene Vertreter wählen. Die Abgeordneten der nationalen Minderheiten wurden durch die relative Stimmenmehrheit unter den einzelnen  Kandidaten gewählt. Die Wahl im Jahr 2000 wurde nach dem Verhältniswahlsystem in 10 Wahlkreisen durchgeführt. Im Zeitraum von 1990 bis 2000 fanden nach dem Verhältniswahlsystem auch zwei Wahlzyklen für das Haus der Gespanschaften (1993 und 1997) statt. Gemäß diesem Wahlsystem bildete jede Gespanschaft einen Wahlkreis mit drei Mandaten, die Umrechnung der Stimmen in Mandate erfolgte nach der d'Hondtschen Methode.

Im Einklang mit dem geltenden Wahlgesetz  werden die Abgeordneten zum kroatischen Einkammerparlament (Sabor) nach dem Verhältniswahlsystem in 12 Wahlkreisen gewählt. In zehn Wahlkreisen werden jeweils 14 Abgeordnete gewählt, im elften Wahlkreis für die Diaspora werden bis zu 14 Abgeordnete gewählt und im zwölften Wahlkreis für die anerkannten nationalen Minderheiten 8 Abgeordnete. Die Vergabe der Mandate erfolgt mithilfe der d'Hondtschen Methode, wobei eine Fünf-Prozent-Sperrklausel  besteht.

In der Republik Kroatien findet auch die direkte Präsidentschaftswahl in zwei Wahlgängen statt: erhält keiner der Kandidaten die einfache, d.h., die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang, so bewerben sich im zweiten Wahlgang, in einer Stichwahl, zwei Kandidaten, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten. Es finden auch direkte Wahlen zu Gemeindevorstehern, Bürgermeistern und Gespanen statt. Im April 2013 fand die Wahl zum Europäischen Parlament zum ersten Mal in Kroatien statt.

Politische Parteien

In Kroatien entstanden die ersten Parteien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, während der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Hierbei handelte es sich um die Parteien der politischen Elite, wie u.a. die Volkspartei, die Unionistische Partei und die Partei des Rechts, die sich in erster Linie mit dem staatsrechtlich-politischen Status Kroatiens im Rahmen der Donaumonarchie auseinandersetzten. Die erste moderne politische Massenpartei war die Kroatische Bauernpartei (kroat. Hrvatska seljačka stranka, HSS), die Nachfolgepartei der Kroatischen Volks- und Bauernpartei (kroat. Hrvatska Pučka Seljačka Stranka, HPSS), die 1904 von den Brüdern Stjepan und Antun Radić gegründet wurde.  In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Zwischenkriegszeit, war die HSS die größte kroatische Partei. Im sozialistischen Regime (1945 – 1990) wirkte einzig und allein  - als Teil des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens - die Kommunistische Partei Kroatiens (später Bund der Kommunisten Kroatiens, SKH). Mit dem demokratischen Wandel Ende der 1980-er Jahre  reformierte sich der Bund der Kommunisten Kroatiens und wurde zur Partei der demokratischenVeränderungen, später zur Sozialdemokratischen Partei Kroatiens (SDP). Damals entstanden auch die ersten Oppositionsparteien, darunter die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) sowie der Kroatische Sozialliberale Bund (HSLS) – die Partei, die 1990 an der ersten freien Parlamentswahl im Rahmen einer mehrparteilichen Koalition, der Koalition  der Volksverständigung, teilnahm. Bei dieser Wahl siegte die HDZ und wurde  dadurch zur Zeit der Gründung des unabhängigen kroatischen Staates und der Errichtung einer demokratischen politischen Ordnung in den 1990er Jahren zur dominanten Partei Kroatiens. Die Anzahl der Parteien in den 1990ern und 2000ern Jahren wuchs stetig weiter, so dass es heute in Kroatien insgesamt 123 registrierte politische Parteien gibt, von denen 13 Parteien im Parlament vertreten sind.

Weitere Besonderheiten des kroatischen Parteiensystems sind die Parteien, die nationale Minderheiten repräsentieren, aber auch die Regionalparteien, die die Interessen der jeweiligen Regionen vertreten.