Unter den historischen kroatischen Regionen zeichnen sich als die bekanntesten folgende aus: das sich über den größten Teil der Adriaküste und ihren Inseln erstreckende Dalmatien, das im Nordosten des Landes, zwischen den Flüssen Drau, Donau und Save gelegene Slawonien und die nordadriatische Halbinsel Istrien.

Geografie und Bevölkerung

Regionen

Das heutige Gebiet Kroatiens enthält eine Reihe von historischen und geografischen Regionen unterschiedlicher Herkunft und Größe. Sie sind ein Spiegelbild der politischen Uneinigkeit kroatischer Länder im Laufe der Geschichte, aber zum Teil auch der Lage Kroatiens am Kreuzungspunkt zwischen einigen großen geografischen Makro-Regionen Europas. Unter den historischen Regionen sind Dalmatien, Slawonien und Istrien die bekanntesten.

Historische Regionen

Die ursprüngliche römische Region Dalmatien erstreckte sich entlang der östlichen Adriaküste, umfasste aber auch beträchtliche Gebietsteile in ihrem Hinterland, die heute zu Bosnien und Herzegowina gehören. Dalmatien als eine byzantinisches Provinz, auch Thema genannt, umfasste indes lediglich einige Küstenstädte und die umliegenden, benachbarten Inseln. Das Gebiet, das wir heute als Dalmatien kennen, wurde im Laufe des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts als venezianisches Territorium an der östlichen Adria formiert. Dasselbe Territorium, jedoch um die Gebiete der Republik Dubrovnik erweitert, bildete im 19. Jahrhundert eine selbstständige Provinz innerhalb des Habsburgischen Reiches.

Das Wappen des Dreieinigen Königreichs nach 1868. Aus den politischen und rechtlichen Entwicklungen in der Geschichte, vor allem aus dem 19. Jahrhundert, stammt ebenfalls der bekanntgewordene Begriff des Dreieinigen Königreichs beziehungsweise des Königreichs Kroatien, Dalmatien und Slawonien, entstanden als Ausdruck der Wünsche nach und Bestrebungen zur politischen Vereinigung kroatischer Gebiete. 

Die Halbinsel im nördlichen Teil der Adria-Ostküste wird seit der Römerzeit Istrien genannt. Im 19. Jahrhundert war Istrien eine separate Provinz im Rahmen des Habsburgischen Reichs. Obgleich es der demografischen Zusammensetzung nach überwiegend kroatisch war, wurde Istrien erst nach dem Zweiten Weltkrieg formell Kroatien angeschlossen.

Historische und geografische Regionen
Der aus dem 18. Jahrhundert stammende Stadtplan von Karlovac, dem im 16. Jahrhundert sternenförmig erbauten Sitz der Militärgrenze
Stadtplan von Osijek (18. Jh.), der größten Stadt Slawoniens an der Drau

Auch der Name Slawonien bezeichnete ursprünglich ein deutlich weiteres Gebiet als heute – so nannte man nämlich die Gegend nördlich des Kapela-Gebirgsmassivs (Velika und Mala Kapela). Ab dem 18. Jahrhunderts hat sich diese Bezeichnung für den flachen Landteil im Osten des heutigen Kroatien eingebürgert und war zudem ein integraler Bestandteil der offiziellen Bezeichnung für das politische kroatische Kerngebiet innerhalb des Habsburgischen Reiches – das Königreich Kroatien und Slawonien.

Die anderen historischen und geografischen Bezeichnungen beziehen sich auf kleinere Regionen, deren Grenzen in manchen Fällen nicht eindeutig festgelegt waren. Die heutige nordöstliche Region Baranya ist ein Teil der ehemaligen gleichnamigen ungarischen Gespanschaft; ein Bestandteil Kroatiens ist sie seit 1945. Im äußersten Osten Slawoniens liegt die Region namens Syrmien (Srijem), sie stellt ein kleineres Restgebiet der einst geräumigeren Region dar, deren Großteil sich heute innerhalb von Serbien befindet. Die kleineren Gebietsteile Lika, Banovina, Kordun und Žumberak waren entweder vollständig oder nur teilweise innerhalb der Kroatischen Militärgrenze, einer separat verwalteten Region, welche die Habsburgische Monarchie auf dem Hoheitsgebiet des heutigen Kroatien gegründet hatte. Erst 1881 wurde die Militärgrenze territorial mit dem Mutterstaat Kroatien wiedervereinigt.

Ston, im 14. Jahrhundert erbaut, war ein Teil der Republik Dubrovnik. Es ist berühmt für seine Stadtmauern (5,5 km lang), die zu den besterhaltenen und längsten Verteidigungsmauern europaweit zählen wie auch für seine Meerwassersalinen, die zu den ältesten in Europa gehören und einst für die Republik Dubrovnik eine wichtige Einnahmequelle bedeuteten. 

Einige dieser oben erwähnten Namen sowie andere Benennungen der Regionen erscheinen auch heute in den Bezeichnungen für aktuelle Gespanschaften, Grundeinheiten der verwaltungstechnischen territorialen Gliederung des Landes, haben aber ausschließlich eine geografische Bedeutung und sind keine Bezeichnung für einen besonderen politischen Status.

Heutige regionale Gliederung

Im Wesentlichen richtet sich die heutige, moderne regionale Gliederung nach der reliefbezogenen Einteilung des Landes. Der nördliche, überwiegend flache Gebietsteil des Landes lässt sich in Ostkroatien und Mittelkroatien einteilen. Ostkroatien umfasst die traditionellen Regionen Slawonien, die Baranya und Westsyrmien, d.h., das echte, von den größten Flüssen Save, Drau und Donau umrandete Flachland der Pannonischen Tiefebene. Dies ist zugleich das Gebiet mit den günstigsten Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion. Das bedeutendste regionale Zentrum ist Osijek, eine Binnenhafenstadt an der Drau. Zu den größeren Städten gehören zudem: der Verkehrsknotenpunkt Vinkovci, der größte Binnenhafen und der einzige kroatische Donau-Hafen Vukovar sowie Slavonski Brod, Požega und Đakovo.

Heutige Regionen
Die Kathedrale in Đakovo
Die Stadt Hvar auf der gleichnamigen Insel

Das Mittelere Kroatien umfasst die äußersten Randgebiete der Pannonischen Tiefebene und die peripannonischen Gegenden von Hrvatsko Zagorje, Međimurje, Pokuplje und Banovina. Das zentrale Kroatien mit der bevölkerungsreichsten Hauptstadt Zagreb ist das demografische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Weitere größere Städte und regionale Zentren sind Varaždin, Čakovec und Krapina im nördlichen Teil der Region, Karlovac und Sisak im südlichen sowie Bjelovar und Koprivnica im östlichen Teil dieser Region.

Die Gebirgsregion Kroatiens ist der kleinste und am dünnsten besiedelte Gebietsteil, sie umfasst die gebirgigen Gegenden des Landes. Diese Region besteht aus kleineren Gebietseinheiten; aus dem ausgesprochen waldreichen Gorski kotar, dem Ogulin – Plaški Tal und der Gegend Lika. Aufgrund der spezifischen Reliefeigenschaften und des Klimas gibt es hier kaum bestellbaren Boden, es werden nur diejenigen Pflanzen angebaut, welche den harten klimatischen Bedingungen widerstehen können. Der dominierende Wirtschaftszweig ist die auf der Grundlage lokaler Ressourcen basierte Forstwirtschaft. Die Städte sind kleiner im Vergleich zu den anderen Teilen des Landes, die regionalen Zentren sind die Städte Delnice, Ogulin und Gospić.

Dubrovnik, zwischen 14. bis zum 19. Jahrhundert eine unabhängige Republik (Stadtstaat), danach ein Teil der österreichischen Provinz Dalmatien
Šibenik
Sisak, eine Festung aus dem 16. Jahrhundert

Die Küstenregion des Landes wird gewöhnlich in den nördlichen und südlichen Küstenteil unterteilt. Das nordadriatische Küstenland umfasst die Halbinsel Istrien, die am stärksten entwickelte touristische Region, und den schmalen und ausgedehnten Küstenstreifen der Kvarnerbucht und des Velebiter Küstenlandes im Fuß des Velebit-Massivs, einschließlich der vorgelagerten Inseln. Die größte Stadt und das regionale Zentrum ist Rijeka, zugleich der größte kroatische Hafen. Die größeren Städte sind Pula und Poreč in Istrien sowie Senj im Velebiter Küstenland, während zu den ausgesprochen touristischen Zentren die Städte Rovinj und Opatija sowie die Zentren auf den Inseln Krk, Rab und Mali Lošinj gehören.

Der südliche kroatische Küstenteil ist die historische Region Dalmatien. In Bezug auf Klima, Landschaft und Kultur ist Dalmatien ein ausgesprochen mediterraner Raum, in dem drei parallele Zonen zu unterscheiden sind: die Inseln, die Küste und das Hinterland. Das regionale Zentrum ist Split, die zweitgrößte Stadt Kroatiens und die größte Stadt an der Küste. Weitere bedeutende regionale und wirtschaftliche Zentren sind die Küstenstädte Zadar, Šibenik und Dubrovnik wie auch die Städte Knin und Sinj im Hinterland.