Die beliebtesten Sportarten in Kroatien sind Fußball, Basketball, Handball und Wasserball. Laut der FIFA-Weltrangliste aus Juni 2013 war die kroatische Fußballmannschaft die viertbeste Mannschaft weltweit, nach den Nationalmannschaften Spaniens, Deutschlands und Argentiniens.

Gesellschaft und Lebensweise

Sport

Die Kroaten sind eine sportliche Nation. In Kroatien ist Sport obligatorischer Teil der Lehrpläne auf allen Bildungsstufen. Zahlreiche Kinder und Jugendliche treiben Sport auch im Rahmen ihrer außerschulischen Aktivitäten. Diese entwickeln sich dann später als Freizeitbeschäftigungen zu einer Art Lebensstil. In Kroatien gibt es etwa 16.000 Sportvereine. Die beliebteste Sportart ist Fußball, mit nahezu 1.500 registrierten Klubs und 130.000 Vereinsmitgliedern. Genauso wie in den meisten europäischen Ländern, wird auch in Kroatien der Sport aus dem Staatshaushalt, durch staatliche und öffentliche Subventionen sowie durch Sponsorengaben und aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.

Die höchste Sportorganisation ist das Kroatische Olympische Komitee (Hrvatski olimpijski odbor - HOO), gegründet im Jahr 1991. Im Rahmen des HOO sind 80 Sportverbände tätig, in denen 39 olympische und 41 nichtolympische Sportarten betrieben werden.

Obwohl die Tradition der Sportwettkämpfe noch aus der Zeit der alten Römer und der mittelalterlichen Ritterspiele datiert, gehen die Anfänge des organisierten Sporttreibens in Kroatien zurück in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und werden mit der Gründung erster Sportvereine verbunden. Im Jahr 1874 wurde der Sportverein Hrvatski sokol (Kroatischer Falke) gegründet. Der Verein verbreitete sich rasch im ganzen Land und wurde bald zur größten und beliebtesten Sportorganisation, die neben der modernen Gymnastik auch andere Sportarten (wie Radsport, Fechten, Reitsport, Athletik, Eislaufen, Tennis u.a.) förderte. Anfang des 20. Jahrhunderts  gewann der Sport in Kroatien immer mehr Anhänger. Neben den immer noch zahlreichen Sokol-Vereinen, die sich 1907 zum Kroatischen Sokol-Verband  (Hrvatski sokolski savez) zusammenschlossen, wurden auch selbstständige Sportorganisationen gegründet, vor allem Fußballvereine. Im Jahr 1909 wurde auch ihre Dachorganisation, der Kroatische Sportverband , Hrvatski športski savez, gegründet.

Plakat des Hrvatski sokol, Menci Klement Crnčić, 1906
Franjo Bučar (1866-1946), Sportler und Sportförderer, Literaturhistoriker und Publizist. Er führte neue Sportarten in Kroatien ein und organisierte mehrere Sportdisziplinen (Skifahren, Fechten, Tennis, Fußball u.a.).
Milan Neralić (1875-1918), Fechter. Er war der erste Kroate, der an den Olympischen Spielen teilnahm und der erste kroatische Medaillengewinner (1900).
Đurđa Bjedov (1947), Schwimmerin. Bei den Olympischen Spielen in Ciudad México 1968 gewann sie die Gold- und die Silbermedaille.
Mate Parlov (1948-2008), Boxer. Bei den Olympischen Spielen 1972 gewann er die Goldmedaille. Als Profiboxer wurde er 1978 Weltmeister im Halbschwergewicht.
Matija Ljubek (1953-2000), Kanute. Bei den Olympischen Spielen 1976 gewann er die Gold- und Bronzemedaille und bei den Olympischen Spielen 1984 die Gold- und eine Silbermedaille.

Die danach einsetzende Entwicklung des kroatischen Sports und seine reiche Geschichte hängen hauptsächlich mit der von Franjo Bučar organisierten olympischen Bewegung zusammen. Bereits im Jahr 1896 begann sein Einsatz um die kroatische Unabhängigkeit im Sport, der fast ein ganzes Jahrhundert lang andauerte. Die kroatischen Olympiateilnehmer traten unter der österreichischen, italienischen und jugoslawischen Flagge auf. Ihren ersten Auftritt unter kroatischer Flagge hatten sie im Jahr 1992 bei den Olympischen Winterspielen in Albertville und den Sommerspielen in Barcelona, nachdem das Kroatische Olympische Komitee zum anerkannten Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees geworden war.

Stipe Božić (1951), Alpinist, Forscher und Publizist. Er hat die drei höchsten Bergspitzen der Welt (Mount Everest, K2, Kanchenjunga) sowie die höchsten Berge aller Kontinente bestiegen. Božić ist Mitglied des Kroatischen Bergrettungsdienstes.
Krešimir Ćosić (1948-1995), Basketballspieler und Trainer. Außer in Kroatien, spielte er in den USA, in Slowenien und Italien. Er gewann zwei Weltmeisterschaften (1970, 1978). Bei den Olympischen Spielen gewann er eine Goldmedaille (1980) und zwei Silbermedaillen (1968, 1976). Als erster Kroate wurde er 1996 in die amerikanische Basketball Hall of Fame aufgenommen.
Dražen Petrović (1964-1993), Basketballspieler. Er spielte in Kroatien, im spanischen Real und der NBA-Liga. Petrović war der erste Kapitän der kroatischen Basketball-Nationalmannschaft. Mit dieser gewann er bei den Olympischen Spielen 1992 die Silbermedaille im Endspiel gegen das amerikanische Dream-Team. Im Jahr 2002 wurde er in die amerikanische Basketball Hall of Fame aufgenommen.
Davor Šuker (1968), Fußballspieler. Er war der beste Torschütze der Weltmeisterschaft 1998, wo er mit der kroatischen Nationalmannschaft den dritten Platz belegte.
Goran Ivanišević (1971), Tennisspieler. Bei den Olympischen Spielen 1992 gewann er zwei Bronzemedaillen (im Einzel und im Doppel). Im Jahr 2001 war er Wimbledonsieger; mit dem kroatischen Tennis-Nationalteam gewann er 2005 den Davis Cup.
Die Männer-Handballnationalmannschaft tritt seit 1991 auf. Im Jahr 2003 gewann sie die Weltmeisterschaft in Portugal. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und 2004 in Athen gewann die Nationalmannschaft jeweils eine Goldmedaille sowie die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Als ein hervorragender Spieler hat sich Ivano Balić (1979) hervorgetan, der 2003 und 2006 zum Welthandballer des Jahres gewählt wurde.

Wenngleich die anfänglichen Auftritte der kroatischen Sportler im Zeichen der nationalen Identifikation verliefen, schafften sie es durch ihre erzielten Spitzenleistungen Kroatien zu einem starken Sportland zu erheben, sind heute ein unverkennbarer Bestandteil der kroatischen Identität, und nicht selten gelten sie als die besten Botschafter ihres Landes.

Neben zahlreichen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei anderen internationalen Wettbewerben hat Kroatien 33 olympische Medaillen gewonnen, darunter 10 Goldmedaillen (zwei Goldmedaillen im Handball, jeweils eine Medaille in Athletik, Gewichtheben, Schießen, Wasserball und 4 Goldmedaillen im Ski Alpin), 12 Silbermedaillen (2 im Rudern, jeweils eine in Athletik, Gymnastik, Basketball, Wasserball, Schwimmen und 5 im Ski Alpin) und 11 Bronzemedaillen (3 im Tennis, 3 im Taekwondo und jeweils 1 im Gewichtheben, Schießen, Rudern, Handball und im Biathlon).

Die Wasserball-Nationalmannschaft tritt seit 1991 auf. Bei den Olympischen Spielen 1996 gewann sie die Silbermedaille und im Jahr 2012 die olympische Goldmedaille. Im Jahr 2007 holte das Nationalteam den Titel des Weltmeisters.
Janica Kostelić (1982), Skifahrerin, gewann den Weltcupslalom und die Gesamtweltcupwertung in den Saisonen: 2000/01, 2003/03 und 2005/06; in der Saison 2004/05 gewann sie Silber. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 und 2006 holte sie insgesamt vier Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen.
Ivica Kostelić (1979), Skifahrer, Weltcupsieger im Slalom 2001/02. In der Saison 2010/11 gewann er die (Super)-Kombination und den Slalom, er war zudem Gewinner des Gesamtweltcups der Saison 2010/11. Ein Jahr später, in der Saison 2011/12, gewann er die Super-Kombination. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 und 2010 holte er insgesamt drei Silbermedaillen.
Sandra Perković (1990), Athletin und Olympiasiegerin im Diskuswerfen bei den Olympischen Sommerspielen 2012
Blanka Vlašić (1983), Athletin. Hochsprung-Weltmeisterin der Jahre 2007 und 2009. Bei den Olympischen Spielen 2008 gewann sie die Silbermedaille. Europas Leichtathletin des Jahres 2010.
Kroatische Olympiaspieler beim Einzug zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in London 2012